Utopien entdecken! – Libertäre Tage in Dresden
Vom 01. bis zum 08. Mai finden unter dem Titel „Utopien entdecken!“ die ersten Libertären Tage in Dresden statt. Die Proteste am 13. Februar diesen Jahres haben gezeigt, dass in der sächsischen Provinzhauptstadt mehr möglich ist als mensch erwartet hätte. Wir wollen es jedoch nicht bei bloßen Abwehrkämpfen belassen und mit einer Woche Information und Aktion in die Offensive gehen. Geplant sind Workshops, Vorträge, Demonstrationen, Straßenfeste, Freilichtkinos, Konzerte, Partys, VoKüs und vieles mehr. Unsere Schwerpunkte wollen wir dabei auf den Tag der Arbeit, den Tag der Arbeitslosen, den Tag der Befreiung und alternative/libertäre (Lebens-)Konzepte legen.
Warum Dresden?
Dresden, die Landeshauptstadt Sachsens, ist bekannt durch ihre historische Altstadt, den Naziaufmarsch und den Opfermythos, der jedes Jahr am 13. Februar zum Jahrestag der Bombardierung zelebriert wird. Hier regiert seit 1990 die CDU, welche sich redlich bemüht, der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung zu verhelfen, sie für Investor_innen attraktiv zu machen und unter der Bevölkerung ein nationales, profitorientiertes Bewusstsein zu stärken.
Doch auch aus libertärer Richtung tut sich was in Dresden. Die Dresdner Freiraumbewegung besetzte im letzten Jahr 9 Häuser und organisierte eine Vielzahl von Infoveranstaltungen und Demonstrationen, wovon die größte über 1000 Menschen auf die Straße brachte. An den Hochschulen bildeten sich durch die mehrwöchige Unibesetzung eine Vielzahl politisch aktiver Arbeitsgruppen, die damit ein neues Bewusstsein und viele neue Anknüpfungspunkte für Selbstorganisation in der Studierendenschaft schufen. Vor über einem Jahr gründete sich das Libertäre Netzwerk Dresden, um den Informationsfluss und die Zusammenarbeit verschiedener libertärer Gruppen mit unterschiedlichen Arbeitsfeldern zu verbessern. Im Osten Deutschlands entstanden mehrere anarchistische Vernetzungen, sowie eine anarchistische Monatszeitschrift.
Entdecke Utopien!
An diese politischen Erfolge wollen wir anknüpfen und mit den Libertären Tagen Utopien erdenken, entwickeln und ausprobieren. Die kleine Stadt Dresden, in der seit nunmehr 20 Jahren eine konservative Regierung am Werk ist, hat trotzdem viel schönes, viele kleine Vereine und Menschen, die sich für die Verhältnisse, in denen sie leben, interessieren.
Wir wollen diese Menschen erreichen, aufzeigen, welche Projekte es noch gibt und dazu einladen, diese zu nutzen, kennen zu lernen und zu bereichern. Wir möchten, dass die Leute in dieser Stadt wieder anfangen zu träumen, ihren Wünschen Geltung verschaffen und lernen, unabhängig von Institutionen und höheren Instanzen gemeinsam und gleichberechtigt ihr Zusammenleben zu organisieren. Nachdem wir bei vielen Aktionen festgestellt haben, wie positiv die Resonanz gegenüber libertären Gesellschaftsentwürfen und Konzepten sein kann, wollen wir nun großflächig auf unsere verschiedensten Ideen aufmerksam machen und damit Berührungsängste und Vorurteile bei unseren Nachbar_innen, Kolleg_innen und anderen Menschen, denen wir tagtäglich begegnen, mindern.
Natürlich geht es auch um unsere aktuellen politischen Forderungen, z.B. nach mehr Projektflächen, einem Richtungswechsel im Umgang mit Naziaufmärschen oder in der Stadtentwicklung. Wir wollen Druck auf Parteien und Medien machen und mehr Unterstützer_innen gewinnen, damit sich libertäre Positionen und Aktionsformen nicht einfach marginalisieren lassen.
Mach mit!
Derzeit kümmert sich das Libertäre Netzwerk Dresden um Mobilisierung, Pressearbeit und den groben Veranstaltungsrahmen. Es gibt jedoch jede Woche ein öffentliches Koordinierungs-Plenum und eine Wikiseite, auf der jede_r eigene Termine und Veranstaltungsideen eintragen kann. Wir laden alle Gruppen, Projekte und Einzelpersonen ein, selbständig Veranstaltungen im Rahmen der Libertären Tage zu organisieren.
Um die Libertären Tage möglichst bunt, informativ und vielfältig zu gestalten, sind wir auf jede Menge Beteiligung und Mithilfe angewiesen. Egal ob ihr in Dresden wohnt oder vielleicht aus anderen Städten anreist, wir freuen uns, wenn ihr uns unterstützen wollt.
Wenn ihr nicht aus Dresden kommt, könnt ihr z.B. eigene Plakate entwerfen, bzw. euch welche von uns zuschicken lassen und diese verkleben, bei alternativen Medien in eurer Nähe anfragen, ob Mobi-Texte oder Radiobeiträge von uns veröffentlicht werden können.Ihr könnt eigene Projekte vorstellen und über eure Arbeit und Erfahrung berichten, Diskussionsrunden initiieren, Infostände und eigene, kreative Aktionen organisieren. Wir versuchen, alle Ideen mit unserer Infrastruktur zu unterstützen.
Wir sind der Meinung, dass die ersten Libertären Tage in Dresden für alternative Gruppen und Projekte im ostdeutschen Raum eine Menge Perspektiven bringen könnten. Dafür brauchen wir aber eure Mithilfe!
Mehr Infos unter: utopienentdecken.blogsport.de