UTOPIEN ENDECKEN! Libertäre Tage in Dresden
Wir, das Libertäre Netzwerk Dresden, wollen vom 1.-9. Mai unter dem Titel „Utopien entdecken!“ Libertäre Tage in Dresden veranstalten. Die Proteste am 13. Februar diesen Jahres haben gezeigt, dass in der sächsischen Provinzhauptstadt mehr möglich ist, als mensch erwartet hätte. Wir wollen es jedoch nicht bei bloßen Abwehrkämpfen belassen und mit einer Woche Information und Aktion in die Offensive gehen. Geplant sind Workshops, Vorträge, Demonstrationen, Straßenfeste, Freilichtkinos, Konzerte, Partys, VoKüs und vieles mehr.
Dresden…
…eine Stadt mit nicht zu verachtender alternativer Szene, aber immer weniger alternativen Treffpunkten. Die sächsische Landes- und die Dresdner Stadtregierung bringen den Tag damit zu, … nun ja, das Alte zu bewahren.
Und wir …geschlaucht von Mammut-Einkaufsmeilen-Bauprojekten, Jugend-Topf-Kürzungen, Geschichtsrevisionismus, Extremismustheorie, dem erfolgsarmen Kampf um ein neues Hausprojekt, der Räumungspraxis der Polizei und natürlich von den Nazistrukturen, die weiter um sich greifen – sehen uns gezwungen, dem Schlammassel etwas entgegenzusetzen. Libertäre Tage. Was auch immer daraus wird.
Die Idee(n) dabei
Menschen von nebenan, aus der Region oder von sonstwo kommen einfach vorbei, lernen (sich kennen), diskutieren, streiten und vernetzen sich und genießen Spaß und Party außerhalb kommerzialisierter Stadtteilfeste. Einzeln versprengte kreative Köpfe, die in ihren Dörfern versauern, sind ebenso angesprochen wie „Szene-Checker*innen“ und Leute, die sich sonst eher nicht in solche Kreise verirren würden. Gerade auch Letztere wollen wir erreichen und die Berührungsängste der Dresdner Bevölkerung gegenüber „Linksaußen“ ein Stück weit abbauen. Wir wünschen uns die Diskussion und den inhaltlichen (sowie auch den nicht-“inhaltlichen“) Austausch zwischen Interessierten – lokal wie überregional.
In diesem Rahmen können Probleme in der Stadt gut thematisiert, aber gleichzeitig mögliche Alternativen aufgezeigt und libertäre Ideen stärker an die breite Öffentlichkeit getragen werden. Zudem wollen wir mithilfe der Libertären Tage konkret vorhandene Projekte stärken und bekannt machen. Zum Beispiel hat auch das Libertäre Netzwerk selbst die Gelegenheit, sich vorzustellen…
Ein paar Kosthappen aus dem Programm
Besondere Daten säumen die Woche: der Tag der Arbeit, der Tag der Arbeitslosen und der Tag der Befreiung. Diverse Aktionen sind bereits geplant: kreativer Umgang mit den 1.Mai-Feierlichkeiten, ein PunxPicknick in der Altstadt, der Tanz in den Mai, eine F.A.U.-Soli-Demo, ein Radioballett, ein antifaschistischer Stadtrundgang, das Freiraum-Straßenfest oder das Befreiungsfest im Park mit Demotraining, Musik, Kleinkunst, Ständen und großem Reflexionstreffen.
Desweiteren gibt es schon jetzt eine Masse an Vorträgen und Workshops. Themen werden u.a. sein: alternative/libertäre (Lebens-)Konzepte, Freiräume/Hausbesetzungen, Antifaschismus, Arbeit(-slosigkeit, -swahn), emanzipatorische Bildung, die Ideen irgendwelcher spannenden Theoretiker*innen, Vorstellung von Projekten, Antisexismus, Veganismus/Antispeziesismus, Gewalt(-freie Kommunikation), Computersicherheit, Selbstorganisation im Alltag und … äh… „Onorschie“!
Ihr könnt euch von tollen Infoständen informieren lassen, (verstecktes, Straßen-, Impro-)Theater spielen, das Tanzbein schwingen, ne Mütze Schlaf nehmen, im ColoRadio (ein freies Radio, das auf der Abschussliste steht) eine Radiosendung produzieren, einen Fahrradanhänger bauen, euch einfach gehen lassen, Filme gucken, Konzerten lauschen (oder selbst welche geben), und zum Ausklang mit dem AK Freizeit wandern gehen. Es sei denn, ihr hängt den ganzen Tag in dieser tollen WG fest, die euch die Pennplatzbörse vermittelt hat. Oder vor der FAQ-Wand. Oder in der Ausstellung „18 Jahre AZ Conni Dresden“. Oder das VoKü-Essen war sooo lecker, dass ihr genudelt (ge-reis-t?) in der Ecke liegt. Oder ihr werdet vom Aktionsmaterial-Lager dermaßen inspiriert, dass ihr sofort… lassen wir das.
Mehr Infos sowie ein detaillierter Veranstaltungsplan, der ständig erweitert wird, ist jetzt schon auf dem Blog (s.u.) zu finden. Eigene Veranstaltungen, weitere Ideen etc. können selbstständig in ein Wiki eingetragen werden.
Was kann ich tun?
Immer gern gesehen sind eigene Veranstaltungen, also Aktionen, Vorträge, Workshops oder ganz einfach Diskussionsrunden. Was sind deine Träume? Welche Erfahrungen willst du mit anderen austauschen? Worüber wolltest du schon immer mal mit anderen diskutieren? Du musst kein*e Expert*in sein, um zu sagen: „Das und das interessiert mich – dazu zettle ich eine Veranstaltung an“ (natürlich kannst du auch gern „Expert*innen“ einladen). Organisiere eine eigene Party, ein Konzert, eine Filvorführung, lecker Essen für alle in deinem Haus, deiner Straße, auf einer Freifläche. Fahrt von eurem Dorf mit einer Fahrradkarawane nach Dresden oder was auch immer euch sonst einfällt. Habt ihr bzw. seid ihr ein interessantes Projekt? Dann könntet ihr ja einen Infostand vorbereiten, um euch anderen vorzustellen. Helft bei der Pennplatzbörse mit. Macht Werbung, lasst euch Plakate schicken und verklebt sie, mobilisiert Leute, in dieser Woche nach Dresden zu kommen.
Das Gelingen der Libertären Tage hängt auch an der Fähigkeit bzw. Bereitschaft der Teilnehmer*innen zur Selbstorganisation. Zwar hat das Libertäre Netzwerk einfach mal mit der Organisation begonnen, jedoch lebt die Woche vom Angestupst-Werden durch Ideen vieler, vieler Menschen. Alle netten Leute/Gruppen/Projekte sind hiermit herzlichst dazu aufgerufen, sich an der Orga zu beteiligen. Es gibt auch kleinere Aufgaben… Melde dich einfach. Eine Mini-Vorbereitungs-Crew in Kombination von vielen konsumierenden Besucher*innen ist total un-libertär. Und außerdem haben wir keinen Bock, alles alleine zu machen!
Bleibt am Ende statt der handelsüblichen kämpferischen Abschlussphrasen nur die Frage: Ob wir wohl nach dem 13.Februar gleich noch einen Indymedia-Mittelspalten-Artikel für Dresden rausschlagen können?
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