We think there should be a discussion about discrimination and oppression in the „left scene“ and while „Libertäre Tage“ – and how we can deal with that. Here is a text, which was already written about that – you can find it in German, English and Spanish.

Die Vorbereitungsgruppe versucht, sich mit Diskriminierungen, Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen (und somit auch kritisch mit sich selbst) auseinanderzusetzen. Ein paar von uns tauschen Erfahrungen und Ansichten dazu aus und versuchen, konkrete Handlungsperspektiven für die Libertären Tage zu erarbeiten. Um eine Diskussion auch über den kleinen Organisator*innen-Kreis hinaus anzuregen, ist in der „AG Awareness“ (engl. ~ Arbeitsgruppe Aufmerksamkeit/Sensibilisierung/Bewusstmachung/Achtsamkeit) ein Text entstanden, den du hier findest. (auch eine englische und eine spanische Übersetzung)

Wie schaffen wir eine Basis für emanzipatorische Lernprozesse, für gleichberechtigtes Utopienspinnen? Wie schaffen wir es, Betroffene nicht alleine zu lassen? Wie schaffen wir es, unseren Wunsch nach Frei*raum (der, damit sich strukturell benachteiligte Menschen/Gruppen ebenso darin bewegen können, konsequenterweise auch Schutz*raum sein muss) praktisch umzusetzen?

Obwohl die Libertären Tage den Anspruch haben, ein Schutzraum vor Diskriminierung zu sein, kann es wie überall und zu jeder Zeit auch auf den Libertären Tagen Grenzüberschreitungen und (sexistische, rassistische,…) Übergriffe geben. Das können wir nicht ausschließen – aber wir können versuchen, dem entgegenzuwirken. Dies kann durch Sensibilierung, das Schaffen von Aufmerksamkeit, Anregungen zur Selbstreflexion geschehen. Daran knüpft sich die Hoffnung auf einen respektvollen Umgang miteinander und mit den Bedürfnissen und Grenzen anderer Menschen – die sehr unterschiedlich sein können. Für den Fall, dass es trotzdem zu Grenzüberschreitungen kommt, muss sofort Unterstützung für Betroffene da sein.

Während der Libertären Tage wird es Ansprechpartner*innen geben, die für Diskriminierung sensibilisieren und Betroffene unterstützen möchten. Die Ansprechpartner*innen haben keine psychologische oder therapeutische Ausbildung.

Es wird einen diskriminierungskritischen Rückzugsraum und ein Telefon geben.
Der Raum ist für Menschen gedacht, die Diskrimierungs- und Ausschlusserfahrungen machen bzw. gemacht haben. Er dient nicht einfach als Ruheraum o.ä. zum Chillen oder Schlafen. Die AG Awareness wird den Raum ab Sonntag täglich eine Stunde betreuen, d.h. als Ansprechpartner*innen anwesend sein. Wann diese Stunde jeweils ist, hängt an der Infowand aus. Die restliche Zeit über sind wir möglichst durchgängig über unser Telefon erreichbar.

Das Telefon (01578/4291422) könnt ihr anrufen, wenn ihr euch unwohl oder angegriffen fühlt und euch Unterstützung wünscht. Was für dich in der Situation gut ist, kannst nur du entscheiden – sollen wir uns treffen, spazieren gehen, zuhören, reden, nebeneinander schweigend auf einer Bank sitzen, ???

Es gilt: Wir machen nichts, was du nicht willst!

Hier noch ein Text einer unserer Aushänge:

Die Libertären Tage haben den Anspruch, nicht nur Frei*raum, sondern auch Schutzraum vor Diskriminierung zu sein. Diesen Anspruch wünschen wir uns für all unsere Veranstaltungen und Veranstaltungsorte. Die Veranstaltungen und Räume existieren nicht einfach, sondern werden von uns und euch erst gemeinsam hergestellt – täglich aufs Neue.
Lasst uns ein bestmöglicher Schutzraum vor Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Heteronormativität, Ableism, Klassismus, … sein.
Schutzraum heißt für uns nicht, dass der betreffende Raum (sowohl der konkrete als auch der Raum im übertragenen Sinne) vollkommen frei sein könnte von Herrschaftsmechanismen. Diese völlig ausschließen zu wollen, wäre illusionär. Auch in der “linken Szene” oder auch in sogenannten Freiräumen bewegen sich (wie überall) Menschen, die in dieser Gesellschaft sozialisiert wurden, die alle mit rassistischen und sexistischen Bildern und Rollenvorstellungen aufgewachsen sind. Auch wir als Vorbereitungsgruppe nehmen uns davon nicht aus.
Uns ist wichtig, Formen von Herrschaft, Unterdrückung und Diskriminierung zu thematisieren, zu kritisieren, zu reflektieren und abzubauen – sowohl in der Gesamtgesellschaft als auch “im kleinen Kreis”, nach “außen” und nach “innen”. Um die Diskussion darüber und die Sensibilisierung dafür voranzutreiben, hat sich eine AG Awareness für die Libertären Tage gegründet.

Wir, diese AG (die Verfasser*innen dieses Textes), bitten euch…
… klarzumachen, dass Rassismus, Sexismus sowie jegliche Form von Diskriminierung und
Unterdrückung in den Räumlichkeiten bzw. Veranstaltungen der Libertären Tage von euch
nicht geduldet werden
… aufmerksam und sensibel demgegenüber zu sein – und im Zweifelsfall lieber
nachzufragen, ob alles okay ist oder ob Unterstützung gewünscht ist
… in grenzüberschreitenden Situationen einzugreifen.

Dabei sind wir der Meinung, dass Grenzüberschreitungen nicht objektiv erkennbar, sondern nur subjektiv von Betroffenen definierbar sind. Dementsprechend muss selbstverständlich ernst genommen werden, wenn eine Person sich angegriffen oder verletzt fühlt. Der Focus liegt auf der/den Betroffenen und darauf, was diese sich wünschen, um sich wieder wohl(er) fühlen zu können.

Wenn ihr euch unwohl oder überfordert fühlt und euch Unterstützung wünscht (egal, ob euch selbst etwas passiert ist oder ihr “nur” dabei seid bzw. wart), könnt ihr gern folgende Telefonnummer anrufen: 01578/4291422 (s.o.)