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Allgemeines
Ihr werdet vermutlich nicht schaffen, die Libertären Tage komplett zu erleben. Die Libertären Tage sind dezentral und vielfältig organisiert. Viele Termine überschneiden sich dabei. Versucht darum nicht, das gesamte Angebot zu konsumieren, sondern überlegt euch vorher, was ihr euch von der Woche erhofft und dazu beisteuern könnt. Die Libertären Tage können viele Gesichter haben, die ihr mit eurer Beteiligung erst gestaltet. So können sie eine Woche geballter Information sein, eine Woche kämpferischer Proteste oder auch Tage der Schaffung kreativer Frei*räume. Entsprechend unterschiedlich können die Motive von uns sein. Vielleicht wollen wir uns informieren, vielleicht Menschen kennenlernen, vielleicht uns inspirieren lassen oder andere inspirieren. Möglicherweise wollen wir in dieser Woche bloß einige Tage unseren Alltag vergessen – möglicherweise aber auch anfangen, Zustände zu verändern und etwas ins Rollen zu bringen.

Aktionen
Ihr findet kaum Aktionen im Programm. Das liegt daran, dass wir keinen Protest verwalten wollen und die Spielverderber*innen natürlich mitlesen. Dennoch sollen die Libertären Tage Raum und Infrastruktur für Aktionen liefern. Seid einfach spontan und lasst euren eigenen Ideen freien Lauf. Bei den beteiligten Menschen und Projekten findet ihr Rat und Unterstützung. Ein Ermittlungsausschuss (EA) wird telefonisch zu erreichen sein, wenn ihr Probleme bspw. mit Ordnungskräften haben solltet. Auf jeden Fall ist Dresden zur Zeit der richtige Ort, um Herrschaft zu bekämpfen und Alternativen sichtbar zu machen (abgesehen davon, dass jeder Ort „der richtige“ ist).
Empfehlenswerte Literatur ist hier der Bezugsgruppenratgeber, der Reader “Was tun wenns brennt”, eine Dresdenkarte und jeweils genaueres Aktionsziel- und -form-Betreffendes.

Mobilität
Die Libertären Tage sind dezentral. Es existiert ein gutes Nahverkehrsnetz bestehend aus Straßenbahnen, Bussen und Nahverkehrszügen. In Stadtnähe ist tagsüber ein Verkehr im Zehnminutentakt üblich. Der Fahrpreis beträgt pro Einzelfahrt (2h) 2 EUR. Schwarzfahren ist generell möglich, da wenig kontrolliert wird. Die Kontrolleure (meist männlich, zu zweit) sind in zivil und sehen meist ziemlich fertig aus. Sie tragen fast immer Bauchtaschen und steigen einzeln an verschiedenen Türen ein oder verteilen sich erst im Zug. Selten sind die Kontrolleure besonders motiviert. Über eine Security-Ausbildung verfügen sie höchstens per Zufall. In der Straßenbahn befinden sich Automaten zum Lösen von Fahrkarten. Aufenthalt in der Nähe dieser Automaten und Kleingeld für eine Fahrt sind daher von Vorteil. In den Bussen wird ab 20 Uhr die Fahrkarte beim Fahrer / bei der Fahrerin kontrolliert. Busse und Bahnen sind videoüberwacht und meist barrierefrei.
Am sinnvollsten sind Fahrräder zur Fortbewegung geeignet. Sie sind allerzeit einsetzbar, flexibel und nicht überwacht. Es gibt Bemühungen, einige Fahrräder zur Verfügung zu stellen, aber die werden nicht reichen. Daher versucht möglichst selbst Fahrräder mitzubringen.
Mit dem Auto ist mensch in Dresden langsamer unterwegs als mit dem Fahrrad. Die Parkplatzsuche kann schwierig werden. Häufig wird mensch eher die Strecke zu Fuß gehen als Auto fahren.

Verpflegung und Übernachtung
Es wird jeden Tag ein warmes Essen (VoKü) an unterschiedlichen Orten und die damit verbundenen Möglichkeiten sich Auszutauschen geben. Dazwischen seid ihr ständig an unterschiedlichen Orten unterwegs und müsst euch um euer leibliches Wohl selbst kümmern.
Wenn ihr in Dresden wohnt, wäre es klasse, wenn ihr noch angereiste Menschen bei euch schlafen lassen würdet. Schreibt uns dazu eine Mail mit der Zahl der Schlafplätze und eventuellen Besonderheiten wie Hochbett oder Haustieren. Wenn ihr anreist, schreibt einfach eine Mail, dass ihr eine Schlafmöglichkeit braucht und nennt uns eventuelle Allergien o.Ä. . Sicherlich wird keine*r auf der Straße schlafen müssen.

Sicherheit
Die Libertären Tage werden als staatsfeindliche Bedrohung aufgefasst. Von Mobilfunküberwachung muss ausgegangen werden. Der Einsatz von zivilen Einsatzkräften ist nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr wurden immer wieder Menschen nach Aktionen oder den “Hauptverantwortlichen” gefragt. Beantwortet keine solchen Fragen. Dafür kann mensch viel über Inhaltliches reden, falls das Gegenüber ein ehrliches Interesse an den Libertären Tagen besitzt. Weder übertriebene Paranoia noch Geschwätzigkeit ist angebracht.
Wie durch die Presse der vergangenen Monate bekannt geworden sein dürfte, ist das Land Sachsen nicht zimperlich mit Repressionen. Wer den Staat kritisiert ist Extremist*in, ist kriminell und besitzt keine Rechte. Das Land sieht sich im Kampf gegen den Extremismus. Entsprechend gestaltet sich das Verhalten von Einsatzkräften auf der Straße. Demgegenüber steht allerdings eine gewisse Beschaulichkeit, Provinzialität und Unprofessionalität.
An dieser Stelle soll außerdem auf die Unsicherheit unverschlüsselten Mailverkehrs hingewiesen werden. Achtet darauf bitte bei der Kommunikation mit uns oder untereinander.
Menschen, die uns nicht mögen: “Nazis gibts in jeder Stadt” heißt es in einer Parole. So ist es auch in Dresden. Und auch hier sind Nazis keine Pazifist*innen. Allerdings treffen auf Dresden die ostdeutschen Klischees diesbezüglich weniger zu. Prinzipiell können sich auch „ausländisch“ oder alternativ aussehende Menschen in den meisten Vierteln frei bewegen. Vorsicht ist dennoch gerade zu den Libertären Tagen angebracht. Seid am besten in der Gruppe unterwegs, damit ihr kein faschistoides Gequatsche unkommentiert lassen müsst. Trotz relativ weniger organisierter Nazis ist das rechte Gedankengut in Dresden sehr weit in der gesellschaftlichen “Mitte” verankert.